Der Südteil der Ciclovia Adriatica führt mich durch die Regionen Apulien, Molise und Abruzzen.

 

Salentos Ostküste

Ich beginne die Ciclovia Adriatica in Santa Maria de Leuca, zuunterst am Stiefelabsatz.

Auf dem schönsten Stück des Salento ist der Himmel verhangen, es tröpfelt ab und zu. Jammerschade, auf diesen Abschnitt habe ich mich seit langem gefreut.

Salento Ostküste

 

Dafür sehe ich Thunfischen beim Jagen zu. Natürlich erkenne ich nicht selber, dass es Thunfische sind. Aber ich sehe an verschiedenen Stellen im Meer, dass es brodelt. In einem Kreis.

Gut, dass ich mir angewöhnt habe, den nächstbesten Menschen um Auskunft zu bitten, wenn ich etwas nicht verstehe. Denn Enzo steht in der Landschaft. Er weiss, dass es Zeit für die Thunfische ist. Sie kommen an die Küste, um zu jagen. Kreisen Schwärme von kleinen Fischen ein und frühstücken.

Enzo lässt im übrigen ausrichten, dass es nicht ok war, dass er auf einer Raststätte zwischen Bern und Thun eine Busse bekam, weil er die Nacht-Ruhezeit für Lastwagenfahrer nicht eingehalten hätte. Nach Bern hat ihn eine Baustelle und starker Regen zu Kriechtempo gezwungen, und es gab schlicht keinen Parkplatz, an dem er hätte anhalten können. Die Schweizer Polizisten hätten ihm nicht zugehört. Enzo ist empört. Ansonsten mag er die Schweiz.

 

Otranto

Der Campingplatz in Otranto ist ganzjährig geöffnet. Nicht schön, aber praktisch. Ich war schon einmal hier. Damals regnete es, und ich wurde nicht ganz warm mit der Stadt. Sie kriegt eine neue Chance, die Sonne scheint. Und Sonntag ists obendrauf.

Wer noch nie einen Sonntag Nachmittag/Abend in einem attraktiven italienischen Ort miterlebt hat, wundert sich, was hier wohl gefeiert wird. So viele Menschen sind unterwegs, man kommt kaum vorwärts. Dabei ist ja noch nicht einmal Saison. Wie mag es hier erst im August aussehen? Jedenfalls gibts viel zu gucken und zu hören.

Otranto am Sonntag Abend

Otranto am Sonntag Abend

 

Otranto

 

Otranto

 

Ich überzahle eine Bar an einem Bier und kriege eine halbe Kinderportion Pasta zum Touristenpreis, am nächsten Tag reise ich ab. Otranto und ich werden keine Freunde, auch wenn die Stadt schön ist und von umwerfender Landschaft umgeben.

 

Otranto

Otranto

 

Nass. Aber richtig!

Auf dem Weg nach Brindisi baut sich vor mir eine beeindruckende Wolkenwand auf. Erst noch hübsch, später schwarz.

Gewitter im Anflug?

Gewitter im Anflug?

 

Bei einer Bar halte ich an, um die Einheimischen um eine Einschätzung der Wettersituation zu bitten. In ein Gewitter muss ich ja nicht blindlings reinfahren.

Der erste „Einheimische“, den ich erwische, ist Carlo, ein Tourist aus dem Trentino und hat auch keine Ahnung vom Wetter hier. Weil auch er mit dem Fahrrad Richtung Norden fährt, nehmen wir zusammen einen Verlegenheitskaffee, und ich lausche gespannt seiner Sicht aufs Leben. Währenddessen zieht das Gewitter aufs Meer hinaus. Trocken und vergnügt weiterfahren.

300 Meter weiter sitzt Milan und trocknet seine Kleider. Er wohnt in der Schweiz am Thunersee und macht die Ciclovia Adriatica ab Ravenna südwärts. Von Norden kommend, hat es ihn soeben zünftig verregnet. Das war wohl die Wolke, die Carlo und ich haben vorbeiziehen sehen.

Milan ist empört über all den Müll, der am Strassenrand liegt. Ja, hat schon was. In den Häusern ists blitzblank, der Dreck wird in die Landschaft geworfen.

Weiterfahren. Noch trocken und vergnügt.

 

Die Wolke, die Milan verregnet.

Die Wolke, die Milan verregnet.

 

Zwei Stunden später die gleiche Situation: schwarze Riesenwolken schieben sich vor mich. Dieses Mal ohne Carlo, Milan und Bar. Und dieses Mal zieht die Wolkenwand nicht weg, sondern macht sich so richtig breit. Keine Chance, da muss ich durch.

Heute werde ich richtig nass, aber ganz richtig. Die Strassen sind nicht für Regenwetter vorgesehen. Keine Abflüsse. Das Wasser sammelt sich an der tiefsten Stelle, und nach zehn Minuten kurve ich um Seen herum, irgendwann auch mitten hindurch, weil nass nass ist, da braucht man die Seen nicht mehr zu umfahren. Und irgendwann ist ohnehin alles ein einziger See.

Pech, dass ich in einer Zone von Feriendörfern bin, die ausserhalb der Saison total ausgestorben sind. Keine Bar, kein B&B, kein Hotel. Ein Campingplatz, aber geschlossen.

Als Kirsche aufs Sahnehäubchen schiessen wieder einmal zwei Strassenköter aus einer Seitenstrasse auf mich los. Professionell ziehe ich die quietschende Notbremse, stehe mit beiden Füssen in den See und brülle die Hunde an, so dass die sofort den Schwanz einziehen und mit einem Hundeblick das Weite suchen. Fast tun sie mir leid.

Dann wirds noch eine Spur hässlicher, weil ich auf eine schnurgerade Schnellstrasse muss, wo die Autofahrer, von starkem Regen und Riesenpfützen kaum beeindruckt, mutig aufs Pedal treten. Sie spritzen mich voll, kommen mir zu nahe und drängen mich in die Dreckspfützen.

Weiterfahren. Nass und nicht mehr vergnügt.

Eigentlich peile ich Brindisi an, weil da sicher eine Unterkunft zu finden ist. Als ich aber in einem Vorort, San Pietro, kurz am Strassenrand anhalte, um Kekse zu futtern, steht da der Metzger.

Ich stehe nicht zwingend auf Metzger, aber der hier hat nun wirklich eine umwerfende Ausstrahlung. Er lacht mich an, und ich hauche mit letzter Kraft:

„In diesem Ort hats nicht vielleicht eine Unterkunft?“

„Doch, Freunde von mir haben ein B&B.“

„…?“, frage ich.

„Klar, ich rufe an, ein Moment.“

Diesen Metzger hat der Himmel hierhergestellt. Ich bin zu nass und müde, um zu fragen, ob er mich heiraten will. Schade, eigentlich.

Im B&B von Anna kriege ich eine warme Dusche, ein schönes Zimmer mit echtem Bett. Ich bin wieder trocken und vergnügt.

Obendrauf begleitet mich der zweite Gast des B&B zum Nachtessen. Roberto ist Kieferchirurg aus Torino. Ich kann mein Glück kaum fassen, dass ich so einen reichen Sack als Begleiter erwischt habe. Er bezahlt mir mein Essen, aber das ist nicht das eigentliche Highlight. Nein, er tischt mir Geschichten aus seinem Reicher-Sack-Leben auf. Zu einem grossen Teil gehts darum, wie er und seine Kaste das viele Geld so unterbringt, dass es einerseits nicht vom italienischen Staat aufgespürt wird und andererseits tüchtig neues (steuerfreies) Geld generiert.

Robertos ultimativer Coup steht bevor: Immobilienkauf an vorderster Meeresfront in Ligurien. Luxus-Appartemente verkaufen, und ab in den Ruhestand. Bei all meinen Reicher-Sack-Vorurteilen muss ich Roberto zugestehen, dass er einen witzigen Humor hat und durchaus zu Selbstironie fähig ist. Und immerhin mit mir Normalo essen ging.

 

Ostuni, Cisternino, Monopoli

 

Ostuni

Ostuni

 

Cisternino

Cisternino

 

Ich schramme an Ostuni vorbei, übernachte im prächtigen Cisternino und verliebe mich in Monopoli, wo ich wegen Sturmwarnung zwei Nächte in einem B&B bleibe.

Hier finde ich den perfekten Arbeitsplatz in der Bar des Restaurants Portorosso. Gute Musik, fröhliche Menschen, stabiles Internet, voller Blick aufs Meer. Echt, warum soll man anders arbeiten?!

 

Arbeitsplatz mit Sicht auf Monopoli

Arbeitsplatz mit Sicht auf Monopoli

 

Am nächsten Nachmittag stehe ich mit flatterndem Haar an der Hafenmauer von Monopoli. Der Wind ist heftig. Ein Fischerboot ums andere fährt in den Hafen ein. Mörderisch, wie diese Schiffe auf offener See wanken.

Ein alter Mann erklärt mir, dass ein Sturm aufziehe, sonst würden die Fischer nicht zurückkommen. Die bleiben sonst zwei bis drei Tage auf dem Meer. Jetzt kommen alle zurück, was nichts Gutes verheisse. (Das Foto dazu findest du als Beitragsbild zuoberst)

Kurz darauf zieht ein fettes Gewitter über die Stadt. Später erfahre ich, dass ein paar Kilometer entfernt richtig grosse Hagelkörner niedergegangen sind. Wildes Wetter.

 

Wütendes Meer

Kein Regen mehr am nächsten Tag, aber zünftiger Gegenwind. Und jetzt kriege ich das Meer von der Breitseite ab. Die Wellen sind so hoch, dass sie mich zuweilen auf der Strasse erwischen. Spektakulär zum Zuschauen, nicht unbedingt angenehm, wenn du mit Meerwasser gepeitscht wirst.

 

Wütendes Meer vor Giovinazzo

Wütendes Meer vor Giovinazzo

 

Ein Auto bremst mich aus. Ich überhole, fahre weiter. Kenne ich, hatte ich schon mal, mag ich nicht. Das Auto überholt wieder und parkt 300 Meter weiter vorne. Kein Mensch weit und breit. Nur das wütende Meer und ich. Und dieses Auto.

Jemand steigt aus dem Auto und steht halb auf die Strasse. Ein alter Mann. Was will der denn? Sieht nicht unbedingt gefährlich aus. Widerwillig halte ich an. Der alte Mann hat beide Hände voller Kirschen und will sie mir übergeben. Weil es ihn freut, dass sich Ausländer sein Land ansehen. Darum. Rührend.

 

Finde den aufgehenden Vollmond! (Giovinazzo)

Finde den aufgehenden Vollmond! (Giovinazzo)

 

Im Stau: Sonntag

Dann fahre ich wieder durch Bari. Der Kreis schliesst sich, hier habe ich angefangen. Aber jetzt gehts weiter Richtung Norden.

Grosser Fehler: an einem Sonntag fahre ich durch die hübschen und beliebten Städtchen GiovinazzoMolfetta, Trani und Barletta. Ich schwörs, ich stehe selbst mit dem Fahrrad im Stau. Alles ist auf der Piste, was sich irgendwie bewegen kann. Gefühlte dreihundert Millionen Menschen, 70000 Kinder und ebenso viele Hunde drängen sich am Lungomare. Und die Strasse ist einfach mit Autos aufgefüllt.

Prächtiger Morgen mit Radweg in Giovinazzo

Prächtiger Morgen mit Radweg in Giovinazzo

 

Gedränge am Lungomare von Trani

Gedränge am Lungomare von Trani

 

Halbstarke in Trani

Halbstarke in Trani

 

Am Sonntag darf man zeigen, was man ist (hat). Trani

Am Sonntag zeigt man, was man ist (hat). Trani

 

Und wie so oft: es wird 13.30 Uhr, und auf einen Schlag sind alle weg. Die Strassen werden frei, ich bin wieder alleine. Aufatmen. In Ruhe pedalen. Und pedalen und pedalen. Weg von der Meute.

In Zapponeta, einem Gemüseanbau-Kaff kurz vor Manfredonia, finde ich einen Campingplatz. Und am Abend eine reizende Veranstaltung auf der Piazza.

 

Politiker-Geschrei in Zapponeta

An diesem Sonntag ist Erstkommunion. Auf der Piazza von Zapponeta findet eine kleine Prozession statt. Alles kommt sehr religiös daher.

Kaum ist das letzte heilige Wort verklungen, donnert Popmusik in grober Lautstärke los. Ein Herr tritt auf die Bühne und brüllt ins Mikrofon, dass heute Abend der Moment sei, sich die Stimmen der Kandidaten anzuhören, die sich für das Amt des Bürgermeisters zur Wahl stellten. Er wiederholt seine Durchsage mehrmals, begleitet vom Gewummer aus den Boxen.

 

Religions- und Politveranstaltung auf der Piazza von Zapponeta

Religions- und Politveranstaltung auf der Piazza von Zapponeta

 

Die Piazza ist voll, das ganze Dorf versammelt. Hämmernde Musik. Dann stehen ein paar seriös guckende Menschen auf die Bühne. Einer ergreift das Mikrofon. Der Vorredner.

Zuerst säuselt er etwas von diese Erstkommunions-Versammlung sei ein schöner Augenblick des Zusammenseins, und seiner Partei (ich kriege leider nicht mit, welche seine Partei ist) würde gerade das Wohlergehen des einzelnen Bürgers besonders am Herzen liegen, nichts Anderes sei wichtiger.

Und plötzlich wettert er los, eine Hasstirade auf den aktuellen Bürgermeister. Minutenlanges Gebrüll ins Mikrofon, man könnte Angst kriegen.

 

Wahlgebrüll in Zapponeta

Wahlgebrüll in Zapponeta

 

Nach einer Viertelstunde ergreife ich die Flucht. Die eigentlichen Kandidaten haben noch gar nicht gesprochen. Mich würds interessieren, was sie zu sagen haben, aber die Lautstärke ist unerträglich, der Groove ebenso. Addio.

 

Gargano

Der Gargano ist neben dem Salento landschaftlich einer der schönsten Abschnitte von Apulien.

Nach der lebendigen Stadt Manfredonia gehts aufwärts. Endlich wieder mal richtige Steigungen. Eine Panoramastrasse führt über einen kleinen Pass nach Mattinata. Eine friedliche Bucht zwischen den Bergen. Hier gefällts mir.

Frühstück in der Bar am Hafen von Mattinata

Frühstück in der Bar am Hafen von Mattinata. Ein Ort zum Bleiben.

 

Am nächsten Tag nochmals eine Auf- und Ab-Fahrt mit spektakulärer Aussicht auf Berg und Meer. Auf Vieste freue ich mich. Und kaum bin ich da, wills mir nicht gefallen. Zu viel Rummel. Alles auf den Tourismus ausgerichtet, das normale Leben erkenne ich kaum dahinter.

Ein ganz neues Problem stellt sich mir in Vieste bezüglich Campingplatz: Plötzlich muss ich wählen. In Vieste hats gefühlte 750 Campingplätze, einer neben dem anderen. Ich mags auch im Supermarkt nicht, wenn ich aus 2000 Teesorten wählen muss. Entsprechend schwer tue ich mich in Vieste mit der Campingplatzwahl.

Und wähle schlecht, denn wenns so knorzig ist, kommts selten gut. Der Campingplatz ist ein Villaggio mit wummernder Action bis spätabends.

 

Trabucco, Vieste im Hintergrund

Trabucco, Vieste im Hintergrund

 

Schnell weg. In Peschici ists ein bisschen ruhiger. Den Campingplatz muss ich nicht wählen, ich finde nur einen, und der ist sehr schön und freundlich.

 

Peschici

Peschici

 

In Peschici stolpere ich über zwei wilde Kerle: die Österreicher Alois und Franz fahren mit dem Fahrrad um Italien. Sie machen etwa doppelt so viele Kilometer pro Tag wie ich und 5 Mal mehr Höhenmeter. Sie campen wild und investieren alles Geld in Essen und Rotwein, allenfalls auch Bier. Soweit ich sie verstanden habe…

 

Zwei Österreicher in Peschici: Alois (links) und Franz

Zwei Österreicher in Peschici: Alois (links) und Franz

 

Ich will noch etwas vom Landesinnern des Gargano sehen, deshalb mache ich einen Abstecher in die Foresta Umbra, die mir nochmals ein paar Steigungen beschert. Alles im Wald, irre schön. Merkwürdig, wenn du im Wald aufwärts fährst, hast du überhaupt kein Gefühl dafür, wie steil es ist, weil der Horizont fehlt. Du merkst es nur daran, wie stark du in die Pedalen treten musst. Zünftig, in diesem Fall.

 

Peter aus Südafrika

Dann wirds öde. Nach dem Gargano gibts eine Fahrt durch die Ebene. Auf der Schnellstrasse, weil es keine Alternative gibt. Einen Tag lang Autobahn fahren.

Als Entschädigung lerne ich Peter kennen. Und das ist mehr als eine Entschädigung. Eine echte Bereicherung!

Zuerst sehe ich nur sein bepacktes Velo vor einer Bar. Und einen Südafrika-Kleber auf der Packtasche. Oje, Englisch reden, denke ich noch, und mache einen Bogen um die Bar.

 

Peters Fahrrad

Peters Fahrrad

 

Später treffen wir uns doch noch, und Peter spricht mich auf Deutsch an. Er ist 75 (das erfahre ich erst später und hätte es ihm nie gegeben. Vielleicht irgendwas um 60, ja.) und lebt in Südafrika. Die Sommermonate verbringt er vorwiegend in Europa, macht Fahrradtouren, trifft Freunde etc.

Dieses Jahr hat er den Peloponnes umrundet, von Patras die Fähre nach Bari genommen, und jetzt fährt er zurück nach Deutschland.

Was der Kerl alles erlebt hat, ist kaum zu fassen. Endlich wieder einmal Geschichten hören. Aber so richtig!

 

Peter aus Südafrika

Peter aus Südafrika

 

Termoli

Die Stadt Termoli liegt in der Region Molise. Und sie gefällt mir, und wie! Hübsche kleine Altstadt, grosszügige Fussgängerzone im modernen Teil.

Vor der Pasticceria steht ein bepacktes Fahrrad, und endlich treffe ich eine italienische Frau, die mit dem Fahrrad reist: Joëlle. Eine junge Venezianerin, die nach einer Kündigung die Gelegenheit ergreift und Italien per Fahrrad umrundet. Auf Bikëlle berichtet sie über ihre Reise.

 

Joëlle in Termoli

Joëlle in Termoli

 

Joëlle übernachtet in Couchsurfing-Plätzen. Hier in Termoli hat sie bei Jason übernachtet, einem jungen Australier, der für ein paar Monate in Termoli als Englischlehrer arbeitet. Mit den beiden geniesse ich ein buntes italo-englisches Frühstück.

 

Verliebt in die Abruzzen

Sobald ich die Grenze zwischen Molise und Abruzzen passiere, wird alles anders. Mir ist zwar nicht ganz klar, was so anders ist, aber: die Landschaft ist prächtig, die Menschen sind zugänglich, die Strassen kaum mehr zerlöchert. Es gibt Fahrradwege.

Nichts zu machen, ich verliebe mich augenblicklich in die Abruzzen.

Und dann diese grandiose Fahrrad- und Fussgängerbrücke in Pescara, da kann ich mich kaum mehr einkriegen.

 

Fahrrad- und Fussgängerbrücke in Pescara

Fahrrad- und Fussgängerbrücke in Pescara

 

Fahrrad- und Fussgängerbrücke in Pescara

 

Doro, ganz begeistert von der Fahrradbrücke in Pescara

Doro, ganz begeistert von der Fahrradbrücke in Pescara

 

Auf dieser Brücke tummle ich mich so lange, bis mich Giovanni und Domenico auf einen Kaffee in die nächste Bar einladen. Sie leben in Palena, mitten im Nationalpark Majella. Dort bieten sie geführte Outdoor-Aktivitäten für Touristen an. Heute sind sie auf Werbetour in Pescara, verteilen ihre Flyer in den Bars und Hotels der Stadt.

In den Abruzzen finde ich dann auch erstmals (nach ca. 700 km) ein Schild, das die Ciclovia Adriatica markiert:

Erster Wegweiser der Ciclovia Adriatica

Erster Wegweiser der Ciclovia Adriatica

 

Roseto degli Abruzzi

Und dann finde ich endlich wieder einen Campingplatz zum Bleiben. In Roseto degli Abruzzi. Ein langgezogener Ort mit unendlich langem Sandstrand und unendlich vielen Sonnenschirmen. Was mich grundsätzlich nicht so umhaut. Und der Ort ist auch nicht sonderlich schön.

Aber so schön normal. Und mit vorzüglicher Pasticceria.

Der Camping Surabaya ist ein ruhiger, freundlicher Ort mit aller Infrastruktur, die ich benötige. Und gepflegt und sauber. Und mit grandiosem Personal. Genau wie ichs liebe.

Gleich am ersten Tag meines Aufenthalts findet ein Bike-Anlass statt, der auf dem Campingplatz startet und auch wieder endet. Etwa 160 Biker nehmen teil. Davon 5 Frauen. Ja, fünf.

Von 160 Teilnehmern sind 5 Frauen

Von 160 Teilnehmern sind 5 Frauen

 

Bike-Anlass in Roseto degli Abruzzi

Fröhliche Bande. Der Zweite von links ist mit dem Fahrrad von Holland nach Italien gefahren. Die Schweiz hat ihm besonders gut gefallen.

 

Giuseppe nimmt nicht am Bike-Anlass teil. Er arbeitet auf dem Campingplatz.

Giuseppe nimmt nicht am Bike-Anlass teil. Er arbeitet auf dem Campingplatz.

 

Kleiner Ausflug ins Hinterland von Roseto degli Abruzzi, auf der Suche nach dem Gran Sasso:

Hügellandschaft im Hinterland der Abruzzen

Der Gran Sasso versteckt sich hinter den Wolken. Im Hinterland von Roseto degli Abruzzi.

 

Zum Abschied gibts noch ein zünftiges Gewitter:

Gewitter im Anmarsch bei Roseto degli Abruzzi

Gewitter im Anmarsch bei Roseto degli Abruzzi

 

Und jetzt muss ich kräftig in die Pedalen treten, damit ich die zweite Hälfte der Ciclovia Adriatica rechtzeitig bis Trieste vollenden kann.