Diese Tage, wenn ich im Büro bin, und schon um 7.47 Uhr das erste Mal denke, dass sich dieser Arbeitstag ungewöhnlich lange hinzieht. Wenn ich zwar fröhlich aufgestanden, aber mit jeder Arbeitsminute mürrischer und welker bin und abends nicht mal mehr Lust zum Joggen habe.

Diese Bürotage sind meine persönlichen Energievernichter. Nicht alle. Aber zu viele.

 

Opfer sein ist dumm

Bisher habe ich kein Mittel gefunden, diesem Elend Gegensteuer zu geben. Da bin ich total Opfer meiner selbst. Opfer seiner eigenen Launen zu sein (oder des Hochnebels), halte ich für dumm. Man kann immer selber entscheiden, ob man den Tag konstruktiv leben oder belämmert über sich ergehen lassen will.

Theoretisch.

Ausser ich, wenn ich in einem Büro eingesperrt bin und grösstenteils Dinge tun muss, die ich für sinnlos halte.

 

In der Hölle katalogisieren sie

Zum Glück arbeite ich mit einem unerhört lustigen Menschen zusammen. Wäre ich mit seiner Fantasie ausgestattet, hätte ich längst zwanzig Bestseller geschrieben, wäre reich und frei.

Was immer er sieht, was immer er liest, was immer er hört oder tut, er assoziiert die Sache mit einer anderen und macht einen kreativen Mix aus an sich Ödem.

Wenn er mir Böses an den Hals wünscht, sieht er mich nach meinem Ableben in einer fensterlosen, eiskalten Hölle am Katalogisieren. Für immer am Katalogisieren. An Bosheit kaum zu toppen.

Letzte Woche, mir war wieder besonders öde, kriegte ich folgendes vorgelegt:

 

 

Zum Verständnis: Die Rede ist vom Lehrer des Helden.

Ich kann mich immer noch kaum einkriegen, so lustig ist die Vorstellung, wie dieses Eichhörnchen das Fell vor Langeweile verliert. Könnte man besser veranschaulichen, was von Sinnlosem Gelangweilten zustossen kann?

Der Comic stammt aus dem Buch „Timmy Failure“ von Stephan Pastis. Beachte auch seine Comic-Reihe “Pearls Before Swine”.

 

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Geschlossener Bereich für Frauen

Der Autor ist nicht nur eine kreative Wucht, er ist obendrauf auch ein Hingucker.

Verheiratet, sorry.

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Zurück zum Ernst des Büroalltags – man kann schliesslich nicht dauernd herumulken und gutaussehende Autoren googlen.

Ich wünsche dir ein kurzes Leben

Kürzlich, ich war bei der Arbeit, wünschte mir eine liebe Freundin in einem Mail „einen kurzen Nachmittag“. Ich stutzte. Einen kurzen Nachmittag? Es war mir, als wünschte sie mir ein kurzes Leben. Hoffentlich gehts schnell vorbei, dieses lästige Leben.

Schon klar was sie meinte: hoffentlich geht die öde Arbeitszeit rasch vorüber. Aber eben: wenn ich mir wünsche, dass meine Arbeitswoche schnellstmöglich vorbeigeht, wünsche ich gleichzeitig, dass mein Leben schnell vorbeigeht.

Ich weiss, ich bin nicht die Einzige, die ihre Arbeit nicht sonderlich mag. In der Schweiz sollen es laut einer Studie (die ich allerdings nicht kenne) 72% der Arbeitstätigen sein. Dass so viele Menschen einen grossen Teil ihres Lebens mit etwas verbringen, das sie von Herzen verabscheuen, halte ich für dramatisch. 

Dann wünscht man sich eben ein kurzes Leben.

Schade darum. Oder?

 

Sinnvoll

Was bin ich ein anderer Mensch, wenn ich mit einem Freund in einer Pizzeria übers Bloggen und Radfahren herumalbere. Oder mit Freundinnen beim Apero Lebenswichtiges berede (z. B. Schuhe). Oder an einem Konzert grandiose Musik serviert bekomme. Oder wenn ich schreibe. Oder in einer italienischen Bar dieser schönsten aller Sprachen lausche. Oder durch die Welt radfahre. Und das Glitzern des Meeres betrachte. Oder wenn mir jemand seine Geschichte erzählt.

Dann sucht mein Kopf nicht nach Fluchtwegen. Dann kommt keine Sinnfrage auf. Weil mein Leben dann sinnvoll ist. Voller Sinn. Sinnlich. Lebendig.

 

Darum verreist Miss Move die nächsten drei Wochen nach Italien. Miss Move, mein Velo und ich. Du wirst von uns hören.

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