Die Insel Elba per Fahrrad zu erkunden, stand schon länger auf meiner Wunschliste. Ende März/Anfang April war es endlich soweit. Mit einem riesigen Wetterglück konnten wir 6 Tage Rad fahren und wandern.
Nach dieser Woche würde ich von einer Elba-Runde mit bepacktem Trekkingrad eher abraten. Die asphaltierten Strassen sind oft sehr schmal und viel befahren. Dafür ist Elba toll zum Wandern und Mountainbiken.
In diesem Artikel erwarten dich die Beschreibungen von 2 Wanderungen, 3 Radtouren und 1 Rollertour.
Überblick über die Insel Elba
Elba ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrösste Insel Italiens und gehört zur Region Toskana. Mit der Ausdehnung von 27 km (West-Ost) und 18 km (Nord–Süd), wirkt sie klein, aber unterschätze die Berge nicht! Der höchste Berg von Elba, der Monte Capanne, ist immerhin 1017 Meter hoch. Die Küste ist 147 km lang.
Beste Reisezeit für Elba
Mai-Juni und September-Oktober sind ideale Monate für einen Elba-Urlaub. Meiden würde ich Juli und August. Dann ists schlicht zu voll auf den Strassen, in den Orten und an den Stränden, um sich gut bewegen zu können.
Wir waren Ende März / Anfang April Elba und hatten unglaubliches Wetterglück: wunderschönes, warmes Frühlingswetter, blühende Bäume und Wiesen. Vor und nach unserer Woche wars regnerisch und windig. In dieser Jahreszeit kannst du alles erwischen, was das Wetter zu bieten hat.
Natürlich kannst du Elba auch im Winter besuchen. Allerdings sind dann viele Unterkünfte, Restaurants und Geschäfte geschlossen.
Hier ein Überblick über die Insel Elba und die Radtouren und Wanderungen, die wir hier unternommen haben. Wir hatten für diese Woche eine kleine Wohnung in Porto Azzurro, darum gehen alle Touren von da los.
Karte und GPS-Daten
Anreise auf die Insel Elba
Elba ist bequem mit der Fähre von Piombino aus zu erreichen.
Der Bahnhof Piombino Marittima befindet sich direkt am Fährhafen. Aus dem Zug steigen und gleich in die Fähre stolpern. Also auch dieses Stück ist sehr komfortabel.
Die Anreise per Zug nach Piombino dauert von Mailand aus etwa 8 Stunden, wenn du das Fahrrad mitnimmst. Ohne Fahrrad – wie immer – bist du schneller, weil du auch die Schnellzüge nehmen kannst.
Bist du noch nicht vertraut, wie du dein Fahrrad in italienischen Zügen transportieren kannst, lade dir am besten die Wegleitung zur Fahrradmitnahme herunter.
Piombino – die Überraschung
Auf meiner Radreise von der Schweiz nach Palermo (2013) bin ich schon mal an Piombino vorbeigekommen und war damals total erschüttert, über die hässliche Stahlfabrik, die schon von weitem mit ihrem enormen Kamin furchterregend das Bild der Gegend beherrschte.
Ich wusste also, was mich erwartet.
Und dann war dieses Piombino gar nicht mehr so schlimm wie damals.
Klar, eine Hafenstadt hat immer ihre düsteren Ecken. Und das alte Fabrikgelände ist immer noch gruselig. Aber so manches scheint nicht mehr in Betrieb zu sein oder wurde etwas netter verpackt.
Aber die wirkliche Überraschung ist dann die Altstadt von Piombino und die lange Mole mit ihren vielen Bänken und der unverstellten Sicht auf Elba und Korsika.





Fähre von Piombino nach Elba
3 Fährgesellschaften fahren von Piombino nach Portoferraio auf Elba – oder auch nach Cavo oder Rio Marina.
Toremar, Blu Navy, Moby Lines, wobei Moby Lines etwas teurer ist, während die anderen beiden die gleichen Preise anbieten.
Die Fährbillette lassen sich online kaufen. Weil wir ausserhalb der Saison (also vor Ostern) unterwegs sind, kaufen wir sie direkt am Hafen.
Jetzt in der Nebensaison geht ab morgens um 6 Uhr jede Stunde eine Fähre. Es ist wenig los, alles sehr entspannt.
Im Unterschied zu den Fähren nach Sardinien und Sizilien, sind hier die Fahrräder kostenpflichtig (8.50 Euro).
Ende März 2025 bezahlen wir für 2 Personen und 2 Fahrräder rund 50 Euro pro Fahrt. In der Hauptsaison ist das sicher massiv teurer, und wer das Auto mitnehmen möchte, zahlt wesentlich mehr. Für unseren kleinen Camperbus (Mercedes Vito) hätten wir mehr als 150 Euro pro Fahrt bezahlt.
Die Überfahrt von Piombino nach Portoferraio dauert etwa 1 Stunde.

Auto in Piombino stehen lassen
Weil wir vorher und nachher noch anderswo unterwegs waren, reisten wir mit dem Camper bis Piombino. Wie oben beschrieben, war uns die Mitnahme nach Elba dann zu teuer, zumal wir in dieser Woche nicht campen und uns ohnehin per Fahrrad auf der Insel bewegen wollten.
Darum suchten wir eine Möglichkeit, das Auto in Piombino sicher stehen lassen zu können. Auf dem Agricamping Giro di Boa wurden wir fündig. Wir übernachteten einmal da und konnten dann den Camper für eine Woche dort stehen lassen – im Grunde sogar kostenlos, aber wir gaben dem Camping-Betreiber dann 20 Euro extra, weil das einfach ein grandioser Service war.
Der Haken an dieser Lösung ist, dass der Hafen von Piombino vom Agricamping aus nur über eine 4-spurige Strasse erreichbar ist. Etwa 20 Minuten Fahrt unter ziemlich ungemütlichen Bedingungen, aber machbar, weil genug Platz für alle ist.
Ankunft in Portoferraio und Weiterfahrt
Wenn dich die Fähre am Hafen von Portoferraio ausspuckt, fährst du automatisch der Autokolonne hinterher, raus aus dem Hafen, und schon befindest du dich auf einer 4-spurigen Strasse – voller Schlaglöcher und ohne Seitenstreifen. Nach etwa 1 km wird die Strasse 2-spurige und ist von tollen Pinien gesäumt, deren Wurzeln die Strassenränder zu einer üblen Buckelpiste verformt haben. Das ist eine halsbrecherische Fahrt, die Autofahrer sind ungeduldig und überholen, auch wenns viel zu eng ist.
Wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, rate ich dir stattdessen: Wenn du aus der Fähre rollst, nimm doch erst einmal einen Kaffee in einer der Hafen-Bars – oder wenn du noch im Hafengelände rechts abzweigst und immer dem Meer entlang fährst, kannst du bei einem Kiosk den Hafen verlassen, weiter der Strasse am Meer entlang, gelangst du in den Touristenhafen von Portoferraio, wo es auch zahlreiche Cafés gibt. Dahinter befindet sich übrigens auch gleich die sehenswerte Altstadt von Portoferraio.
Lass die Autokolonne abziehen und fahre später über die Via Giosué Carduccio / Via Manganaro / Via del Carburo raus aus Portoferraio.
Wir fahren heute bei Nieselregen bis Porto Azzurro, wo wir unsere kleine Wohnung für diese Woche reserviert haben.
Die Fahrt ist nicht nur des Regens wegen ungemütlich, sondern wegen den schmalen Strassen und den ungestümen Autofahrern, die uns durchaus auch überholen, wenn Gegenverkehr kommt und ich sicher bin, dass kein Platz ist, für uns alle.
Aber am Ende hats dann doch Platz, und wir kommen heil in Porto Azzurro an.
Unsere Einzimmerwohnung Le Tre Api (Partnerlink*) ist zwar klein, bietet aber alles, was wir brauchen: ein bequemes Bett, ein Balkon, Küche mit allem, was es zum Pastakochen braucht – und einen abschliessbaren Keller, wo die Fahrräder sicher stehen können.


Tag 1: Wanderung von Porto Azzurro zum Monte Mar di Capanna
Porto Azzurro – Passeggiata Carmignani – Spiaggia Barbarossa – Pino di Monserrato – Monte Mar di Capanna – Santuario della Madonna di Monserrato (9 km)
Tourenbeschreibung:
Wunderschöner Frühlingsmorgen. Es ist noch frisch, aber nach den vergangenen Regentagen ist die Luft ganz klar.
Auf dem Hügel gleich hinter Porto Azzurro steht ein Kreuz, das nachts beleuchtet ist. Der Monte Mar di Capanna. Da wandern wir heute hin. Sieht nach einer kleinen, leichten Tour aus. Ideal, um anzukommen.
Zuerst nehmen wir die Passeggiata Carmignani, ein aussichtsreicher Spazierweg unterhalb der imposanten Befestigungsanlage von Porto Azzurro. Die Fortezza di San Giacomo dient heute als Gefängnis.
Um auf diesen Spazierweg zu gelangen, starten wir am Hauptplatz Giacomo Matteotti, direkt am Hafen von Porto Azzurro. Von da aus startet die Wanderung, erst dem Lungomare entlang, vorbei an Restaurants und Bars, dann beginnt bei einer unscheinbaren Treppe der Aufstieg.









Der Spazierweg steigt dann hinunter zur Spiaggia Barbarossa, wo es 2 Campingplätze und Restaurants gibt.
Von hier aus gehts wieder ins Landesinnere. Wir folgen dem Strässchen, weg vom Strand, und überqueren etwas später die Hauptstrasse. Weiter auf der Strasse Località Monserrato, an der auch die uralte Pinie steht, die liebevoll mit «Nonno Pino» beschriftet ist. Sie soll über 250 Jahre alt sein und der Stamm einen Umfang von 5 Metern haben.


Kurz nach der Pinie führt uns ein Wegweiser linkerhand auf einen Wanderpfad, weg von der Asphaltstrasse.
Jetzt gehts durch den Wald aufwärts zum Berg, auf dem das Kreuz thront.
Der Aufstieg ist einfach, bis kurz unter das Kreuz. Dann aber beginnt ein wenig Kletterei, was hinauf ja noch ganz gut geht, aber später muss man hier auch wieder hinunter.
Ich rate hier also zu guten Schuhen, Schwindelfreiheit und etwas Wandererfahrung.
Oben auf dem Berg, so direkt unter dem Kreuz, ist die Aussicht über Porto Azzurro und die Küste davor grandios. Wir sehen auch rüber nach Capoliveri und das Meer jenseits des Örtchens, das wir morgen besuchen werden.





Anstatt den gleichen Weg zurück zu gehen, steigen wir unter der Kletterwand auf der anderen Seite wieder auf. Wir sind gar nicht hoch oben, aber hier kommt sofort der Eindruck von Hochgebirge. Ein giftiger Wind weht.
Nach einer Viertelstunde kraxeln wir nochmals einen kurzen Kletter-Abschnitt hoch, und dann gehts runter zum alten Kloster, das tief unten schon zu sehen ist.
Den Wanderweg, den wir gewählt haben, ist allerdings in schlechtem Zustand. Da waren wohl einige Erdrutsche am Werk. Wir rutschen auf Geröllhaufen talwärts, finden dann wieder Tritt auf freien Wegabschnitten. Anstrengend und auch etwas gefährlicher als nötig.
Ich empfehle eher, den gleichen Weg zurückzugehen, auf dem du aufgestiegen bist.


Das Santuario ist geschlossen und verlassen. Ein Bächlein plätschert im Hintergrund, ein paar Ziegen klettern am Hang oberhalb herum. Ansonsten: Stille. Ein richtig schöner Ort.
Zurück gehen wir auf der Asphaltstrasse, wo wir die alte Pinie Nonno Pino erneut grüssen. Wir gehen nicht ganz zurück zur Spiaggia Barbarossa, sondern biegen kurz davor rechts in die Via Travaglio ein, die auf direktem Weg in die Altstadt von Porto Azzurro zurückführt.
Tag 2: Radtour nach Capoliveri und Innamorata
Porto Azzurro – Capoliveri – Innamorata – Capoliveri – Porto Azzurro (20 km)
Tourenbeschreibung:
Capoliveri liegt nur 5 Kilometer von Porto Azzurro entfernt und ist mit dem Fahrrad schnell erreicht. Der Ort liegt auf 167 Metern über Meer und gefällt uns auf Anhieb, als wir auf dem Hauptplatz stehen.

Von hier aus hat man eine tolle Sicht über die Altstadt und den südlichen Küstenabschnitt.
Zu Fuss erkunden wir die Altstadt-Gassen, wo sich viele kleine Kunsthandwerks-Läden befinden. Allerdings ist hier Ende März alles noch geschlossen. Trotzdem ist hier eine angenehm lebendige Stimmung.
Offensichtlich ist Capoliveri nicht nur ein Touristenort. Hier leben Menschen (ca. 4000) – das sieht man schon an den beiden relativ grossen Supermärkten am Ortsrand.







Mit unseren Rädern verlassen wir Capoliveri südwärts und biegen beim Kreisel in die Via Luperini ein. Das ist eine grandiose Panoramastrasse, die am Hang entlang südwärts führt. Hier gibts mehr Radfahrer und Fussgänger als Autos, es ist eine Freude!
Die Strasse führt weiter bis zu den alten Bergwerksruinen. Wir fahren hingegen auf halbem Weg hinunter nach Innamorata am Meer.




Innamorata ist kein wirklicher Ort, sondern bloss eine Ansammlung von (Ferien-)Häusern. Keine Bar ist offen.
Auch der Strand ist menschenleer, und wir können nicht widerstehen, endlich die Füsse ins Wasser zu halten. Frisch ists noch, das Meer, aber das saubere Wasser verspricht Badefreuden – später im Jahr.


Wir folgen der Küstenstrasse in Richtung Norden, streifen den Strand von Pareti, wo es ganz ähnlich ausgestorben, aber schön ist wie in Innamorata und nehmen den Anstieg zurück nach Capoliveri in Angriff.
Richtig fies steil sind die letzten 200 Meter bis zum Kreisel in Capoliveri. Keuchend kommen wir oben an (ich zumindest) – und haben uns einen Aperitivo auf der Piazza von Capoliveri verdient.


Tag 3: Radtour nach Rio und Cavo
Porto Azzurro – Rio nell’Elba – Rio Marina – Cavo – Rio nell’Elba – Porto Azzurro (40 km)
Tourenbeschreibung:
Heute erkunden wir den Nordostzipfel der Insel Elba per Fahrrad. Cavo ist der nördlichste Ort von Elba. Von hier aus ist die Küste von Piombino schon gut zu erkennen.
Wir merken erst, wie stürmisch es heute ist, als wir uns auf die Räder schwingen. Ein böiger, frischer Nordwind bläst uns entgegen, als wir Porto Azzurro auf der SP 26 nordwärts verlassen.
Es geht aufwärts. Mit dem Gegenwind ist das natürlich mühsam. Ein paar Autos kommen uns zu nahe, was mich alles etwas mürrisch macht.
Als dann aber Rio nell’Elba in Sicht kommt, wirds erfreulicher.
Wir fahren nicht in den Ort rein, sondern nehmen die Strasse hinunter nach Rio Marina.


In Rio Marina kaufen wir etwas zu essen und setzen uns auf eine Bank im Windschatten.
Später stolpern wir über das Bergbaumuseum (Museo Minerario), das allerdings gerade geschlossen ist. Diese Ecke von Elba war stark vom Bergbau geprägt.
Das ungemütliche Wetter treibt uns weiter. Wir fahren die Küstenstrasse nach Cavo, weiterhin dem Wind entgegen.



Von Cavo aus ist die Küste von Piombino sehr gut sichtbar. Es ist Elbas nächstgelegener Ort zum Festland und hat ebenfalls einen Fährhafen, der von Piombino aus angefahren wird.
Der Ort Cavo wirkt trist. Das liegt sicher teilweise am starken Wind, der alle Lebewesen von den Strassen vertreibt. Wahrscheinlich auch wegen der Vorsaison ist hier niemand zu sehen. Nur in der Bar hats fünf Menschen, die sich bei einem Kaffee eine Pause vom Gestürm draussen gönnen.
Zurück nach Rio nell’Elba fahren wir über die Strasse im Landesinneren (SP 33), die zwar mehr Höhenmeter hat, aber schliesslich sehr angenehm zu fahren ist, weil nie steil und in dieser Mittagszeit auch verkehrsarm. Natürlich schiebt auch der Wind ein bisschen.





Rio nell’Elba überrascht uns dann sehr mit seiner friedvollen Atmosphäre. Es lohnt sich, hier einen Rundgang zu machen.





Die Rückfahrt nach Porto Azzurro ist dann doppelt einfach: mit Rückenwind immer schön abwärts.
Heute Abend essen wir im Ristorante Calafata in Porto Azzurro vorzüglich – eine echte Empfehlung!
Tag 4: Radtour nach Lacona und Marina di Campo
Porto Azzurro – Lacona – Lido di Campo und zurück (37 km)
Tourenbeschreibung:
Heute fahren wir mit dem Fahrrad von Porto Azzurro über Lacona nach Marina di Campo und wieder zurück. Auf dieser Strecke gibts einen kleinen Pass zu bewältigen, den Passo del Monumento auf 250 Meter über Meer.
Sobald wir die Hauptachse Porto Azzurro – Portoferraio (SP 26) in Richtung Lacona verlassen, wird es gemütlich und richtig schön. Hier siehts aus wie in Korsika. Kein Wunder, es ist von hier aus auch nur 50 km entfernt.
Weniger nett ist dann Lacona. Dieser Ort ist zwar sehr zentral gelegen, aber wir finden keinen echten Dorfkern. Lacona ist eine lange Strasse, die von Campingplätzen, Hotels und Restaurants gesäumt ist. Zu sehen gibts hier vor allem einen langen Sandstrand.
Dann also die Fahrt über den Pass. An diesem sonnigen Frühlingsmorgen hats wenig Verkehr, darum erklimmen wir die 250 Höhenmeter relativ entspannt. Die Abfahrt ist ein Genuss, und bald schon werden wir von einem Radweg empfangen und ins Zentrum von Marin die Campo geführt – direkt entlang dem längsten Sandstrand der Insel Elba (1300 Meter).




Marina di Campo hat ein kleines historisches Zentrum hinter dem Hafen. Ansonsten sehen wir vor allem viele Ferienhäuser und Autokolonnen. Nicht so unser Fall, dieser Ort. Aber das Picknick am Strand ist durchaus erfreulich.





Auf der Rückfahrt beglückt uns auf dem Pass dann nochmals der Ausblick über die Bucht von Lacona. Und nach Lacona auf der SP 30 der Korsika-ähnliche Abschnitt:


Zurück in Porto Azzurro gibts ein Feierabendbier in einer der wenigen Bars, die zu dieser Jahreszeit offenes Bier ausschenken:

Tag 5: Marciana und der Westen per Roller
Porto Azzurro – Marina di Campo – Procchio – Marciana Marina – Marciana – Sant’Andrea – Chiessi – Pomonte – Seccheto – Marina di Campo – Porto Azzurro (84 km)
Tourenbeschreibung:
Eigentlich hätten wir die Westküste mit dem Fahrrad umrunden wollen, aber gestern haben wir gesehen, wie langsam wir über die Hügel vorwärts kommen.
Die ganze Tour ist über 80 Kilometer lang und hat 1500 Höhenmeter. Das wäre zwar machbar an einem Tag, aber wir wollen auch einige Dörfer erkunden und nicht herumhetzen.
Darum mieten wir heute einen Roller für 35 Euro für den ganzen Tag, plus Benzin (5 Euro).

Erst fahren wir bis Marina di Campo – die gleiche Strecke, die wir gestern mit dem Fahrrad gemacht haben. Dann fahren wir nordwärts via Procchio bis nach Marciana Marina.
In Marciana Marina lassen wir uns viel Zeit zum Bummeln – hier gefällts uns.
Erst spazieren wir durch die Altstadt.







Hier in Marciana Marina haben wir einen Auftrag: eine Bekannte kauft sich ihre Schuhe ausschliesslich beim Schuhmacher «Unzipò» in Marciana Marina. Wir sollen den Laden doch besuchen, wenn wir ohnehin hier sind.
Machen wir. Der Laden ist leicht zu finden. Er befindet sich im türkisfarbigen Haus (siehe Bild oben) in der Via XX Settembre Nr. 3.
Wir haben Glück, der kleine Laden ist offen, der Besitzer begrüsst uns freundlich und lässt uns in Ruhe seine Kunstwerke betrachten. Es sind nicht nur Schuhe, sondern Lederwaren in verschiedensten Formen.
Rasch kommen wir dann ins Gespräch mit dem Ladenbesitzer und Kunsthandwerker Giuliano.




Mit Giuliano verstehen wir uns sofort. Er ist ursprünglich aus der Gegend von Cremona und hat vor gut 20 Jahren mit seine Frau beschlossen, auf die Insel Elba zu ziehen und dort sein Geschäft zu eröffnen. Die Entscheidung bereut er nicht.
Er berichtet uns, wie sich der Tourismus auf der Insel Elba verändert hat: die Saison hat sich verlängert. Früher dauerte die Touristensaison von Juni bis September, und viele Italiener machten gleich einen ganzen Monat Ferien auf Elba. Heute sind die Urlaubszeiten kürzer, dafür beginnt die Saison auch schon im Mai und geht bis in den Oktober.
Langzeitmieten gibt es praktisch nicht mehr auf Elba, und wer ein Haus kaufen will, muss ordentlich Geld mitbringen. Schwierig für die Einheimischen. Das Thema kennen wir bestens aus Ligurien und so manchen anderen vom Tourismus geprägten Regionen.

Als Giuliano zur Mittagszeit seinen Laden schliesst, setzen wir unseren Rundgang durch Marciana Marina fort.
Besonders gut gefällts uns auf einem grossen Platz mit Restaurant und Bar und … was man heute gar nicht mehr so oft sieht: einer echten Buchhandlung, die nicht nach Kette aussieht. Leider ist jetzt alles geschlossen, Mittagszeit, aber es ist auch so ein toller Anblick.


Dann schwingen wir uns wieder auf unseren Roller und rattern den Berg hoch nach Marciana, das oben am Berg thront.
Zuerst machen wir noch einen kleinen Rundgang durch Poggio, das gleich neben Marciana liegt.


Marciana ist eng an den Berg geschmiegt. Entsprechend ist das ganze Dorf eine einzige Treppe. Alles ist steil, die Häuser übereinander verschachtelt. Schön anzusehen, aber nicht unbedingt bequem zum Wohnen.



Jetzt aber wieder auf unser Zweirad. Der landschaftlich schönste Teil kommt jetzt.
An den Ortschaften Sant’Andrea, Patresi und Chiessi fahren wir vorbei, obwohl ich am liebsten überall herumstreunen möchte. Die Strasse geht auf und ab, immer wieder mal treffen wir Radfahrer an, wenige Autos.
Diese Küstenstrasse ist ein Traum, hier ists wirklich toll zum Radfahren – ausserhalb der Saison, wohlgemerkt!
Korsika liegt gut sichtbar neben uns.




Wir rattern am bekannten Strand von Cavoli vorbei, und dann sind wir zurück in Marina di Campo und nehmen die Rückfahrt nach Porto Azzurro in Angriff.
Die Westküste Elbas ist unbedingt eine Reise wert. Die Rollerfahrt hat Spass gemacht. Natürlich ist diese Tour mit einem Fahrrad gut möglich. Sei es mit oder ohne Motor.


Tag 6: Wanderung zur Spiaggia di Terranera
Porto Azzurro – Spiagga Barbarossa – Spiaggia di Reale – Spiaggia Terranera und zurück (7.5 km)
Tourenbeschreibung:
Letzter Tag auf der Insel Elba, morgen gehts mit der Fähre zurück aufs Festland.
Wir reissen nichts mehr Grosses an, wollen nochmal das Meer geniessen. Darum wandern wir von Porto Azzurro zur Spiaggia Terranera.
Der Einstieg dieser Tour ist gleich wie am Tag 1: Über die Passeggiata Carmignani bis zur Spiaggia Barbarossa.
Mittlerweile sind die Campingplätze und ihre Restaurants offen. Das gibt gleich eine andere Stimmung. Wir laufen aber daran vorbei und nehmen am Ende des Strandes die kleine Steintreppe hoch.



Über ein gemütliches Strässchen und später einen schmalen Pfad erreichen wir nach etwa 30 Minuten die Spiaggia di Reale.
Was für ein Frieden hier! 2 Menschen am Strand. 2 Wohnmobile stehen oben auf dem Parkplatz. Der Campingplatz hier ist noch geschlossen.

Wir spazieren weiter und erblicken schon bald diese merkwürdige Komposition in der Landschaft: ein kleiner See gleich neben dem Strand von Terranera.




Auf dem Rückweg machen wir eine Picknickpause an der Spiaggia di Reale und verbrennen uns gleich mal die weisse Winterhaut.
Wie echte Insel Elba-Touristen eben!

Portoferraio
Am nächsten Tag fahren wir mit den bepackten Fahrrädern zurück nach Portoferraio, machen dort noch eine kurze Runde und sehen, dass der Hauptort der Insel Elba mehr Zeit verdienen würde.
Dann ab auf die Fähre, zurück aufs Festland.





Fazit Insel Elba
Elba hat mich positiv überrascht. Ich hatte die Vorstellung einer langweiligen Badeinsel, habe hingegen eine attraktive Wander- und Mountainbike-Destination entdeckt. Weil die Insel so klein ist, bietet sich praktisch auf jeder Tour irgendwo wieder ein toller Blick aufs Meer an.
In 1 Woche haben wir eben mal an der Oberfläche gekratzt und gesehen, dass es noch viel mehr Wege und Routen zu erkunden gäbe. Besonders positiv aufgefallen sind die gut markierten und gepflegten Wanderwege.
Auf der Grande Traversata Elba (GTE) lässt sich die Insel über gut 50 km (und 3000 Höhenmetern!) auf einem markierten Wanderweg zu Fuss von Ost nach West durchqueren. DAS will ich unbedingt noch machen.
Elba ist toll für Aktiv-, aber auch Badeurlaub. Einfach nicht im Sommer!
e tanti auguri per sandro !!
Richti gern aus 🙂
Sooo ein wundervoller und ausführlicher Reisebericht. Vielen herzlichen Dank, liebe Doro.
Mir gefällt diese Schuhmacherei besonders gut.
Auf nach E L B A !
Ja, zum Schuhmacher musst du unbedingt mal gehen. Er und sein Geschäft alleine sind eine Reise wert!
Hallo
Sehr schöner Bericht. Die kleine Altstadt von Piombino hat uns auch gefallen.
Vielen Dank, Franz-Josef. Ja, gell, ist hübsch da, im alten Teil von Piombino!
Bellissima esperienza…..Elba magica
Soprattutto per i mountainbikers… 😉