Die Provinz Piacenza ist touristisch wenig erschlossen. Kleine Strässchen und Flüsse durchziehen die hügelige Landschaft. Auch wenn der Start in der Ebene beginnt, unterschätze die Hügel im Hinterland nicht. Sobald du den Fluss Trebbia bei Marsaglia verlässt, folgen 3 saftige Anstiege. So erklären sich auch die 3360 Höhenmeter dieser Tour. Die 215 km lassen sich gut in 4-5 Tagen machen.

Diese Tour enthält Abschnitte, die ich bereits in anderen Artikel beschrieben habe:

Schau dir also auch diese Artikel an für mehr Infos und Fotos.

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*Bitte beachte, dass die Route am Computer erstellt ist. Kontrolliere sie also nochmals genau, bevor du dieser Route folgst.

Überblick über die Tour

Am äussersten Rand der Emilia-Romagna

Start in Piacenza

Piacenza ist praktisch für den Start einer Radtour. Eine Stunde Zugfahrt ab Mailand, in einem Regionalzug, in dem die Fahrradmitnahme unkompliziert geht.

Je nachdem, wann du in Piacenza ankommst, kannst du hier übernachten oder du fährst noch die ersten 20 km nach Rivalta und übernachtest dort sehr gediegen gleich beim ersten Schloss. Ein kleiner Rundgang durch Piacenzas Innenstadt lohnt sich aber durchaus.

Übernachtung:

B&B San Francesco gleich bei der Piazza Cavalli im Zentrum der Altstadt.

Hotel Roma*: sehr zentral gelegen. Tolle Terrasse, wo du bei günstigem Wetter Frühstück und Apero serviert bekommst.

Rivalta

Das Castello di Rivalta ist der erste lohnenswerte Ort für einen Stopp. Die Burg selber sieht man im Grunde nur von weitem. Aber daneben steht ein Grüppchen von alten Häusern, die teilweise auch bewohnt sind. Ein beschaulicher Ort für eine Kaffeepause – oder auch die erste Übernachtung.

Hotel Torre di San Martino: Die Übernachtung in einem dieser «Prinzessinnen»-Zimmer ist bestimmt unvergesslich. Im Ort selbst fühlst du dich ja schon ins Mittelalter zurückversetzt, aber diese Zimmer… Schau dir gleich mal Bilder der Zimmer an. Im Spa kannst du dich vom ersten Reisetag erholen.

Die zum Hotel gehörige Bar ist ganzjährig geöffnet, für Hotelgäste gibt es selbstverständlich auch Abendessen. Das würde ich aber gleich bei der Zimmerreservation vorbestellen.

Burg von Rivalta
Castello di Rivalta
Castello di Rivalta
Schild in Rivalta
Rivalta
Radtour durch die Provinz Piacenza

Bobbio

Ab Rivalta geht es gemächlich steigend das Val Trebbia hoch. Bleib auf dieser Seite des Flusses, das ist die alte Strasse, die unter der Woche nicht besonders stark befahren ist.

In Travo lohnt sich ein weiterer Halt auf der kleinen Piazza. Dann gehts weiter in Richtung Bobbio.

Vorsicht, vor Bobbio gibts einen langen Tunnel, den du leider durchqueren musst, weil vor Jahren die Brücke der alten Strasse weggespült worden war und nun für Radfahrer nur noch die Alternative eines laaaaangen Anstiegs über Centomerli bleibt.

Schnall also die Leuchtweste an, montiere ein gutes Licht an deinem Rad, und dann ab durch den Tunnel. Immerhin sollte der Tunnel seit Ende 2023 gut beleuchtet sein.

Bobbio selber ist unbedingt eine Pause wert. Nur schon wegen der berühmten Brücke, aber auch wegen der sehenswerten Altstadt, wo im Sommer so richtig viel los ist.

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Übernachten:

Eine Übernachtung in Bobbio ist eine gute Wahl.

Albergo Ristorante Giardino: zentral gelegen, hübsch und günstig. Ich empfehle Halbpension, weil auch das Essen gut und günstig ist.

Ostello Comunale Palazzo Tamburelli: Herberge

Mit Miss Move von Piacenza nach Genua

Marsaglia und Brugnello

Von Bobbio aus weiter talaufwärts fährst du jetzt auf der Staatsstrasse. Besonders unter der Woche gibts hier nicht mehr allzu viel Verkehr. Am Wochenende können allerdings wildgewordene Motorräder das beschauliche Pedalen trüben.

Ein Abstecher hinauf nach Brugnello lohnt sich. Ein besonderes Erlebnis dürfte auch die Übernachtung dort oben sein. Das ist aber eine Sackgasse. Für die Weiterfahrt auf dieser Tour musst du wieder hinunter nach Marsaglia.

In Marsaglia selbst gibt es wenig zu sehen, aber du kannst dich hier in einer der Bars stärken oder runter zum Fluss fahren, um dich im Trebbia zu erfrischen. Fährst du weiter nach Ferriere, deckst du dich in Marsaglia am besten noch mit etwas Notvorrat und Wasser ein. Jetzt wirds nämlich einsamer und vor allem bergig.

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Übernachten:

Marsaglia: Ostello Valtrebbia*

Brugnello: Albergo Ristorante Rocca Rosa

Schlemmen im Restaurant von Brugnello

Ferriere – Farini – Groppallo

In Marsaglia verlässt du das Val Trebbia. Die Landschaft wird wilder und einsamer. Die Verpflegungsmöglichkeiten werden rar – 2 Restaurants liegen auf den 26 km bis Ferriere.

Ab hier bekommst du es mit den Aufstiegen der Piacentiner Hügeln zu tun. Hinauf bis Noce – und dann hinunter nach Ferriere, und noch weiter runter bis Farini, um den nächsten Hügel in Angriff zu nehmen, hinter dem schliesslich Bardi liegt.

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Übernachten:

Ferriere: hier eine Übersicht über Unterkünfte und Restaurants von Proloco Ferriere

Farini d’Olmo: Orto dei Semplici*

Auf dem nächsten Berg nach Farini, in Groppallo: Albergo Salini: 1820 entstanden aus einer altehrwürdigen Salumeria.

Bardi

Jetzt befindest du dich schon ein paar Kilometer ausserhalb der Provinz Piacenza, in der Provinz Parma. Bardi ist ein kleiner, unscheinbarer, aber doch lebendiger Ort in hügeliger Landschaft. Ideal zum Übernachten.

Das Castello von Bardi (10. Jh.) ist eine richtige Festung, die oben am kleinen Ort thront. Mehrere Museen sind im Castello untergebracht. Infos und Öffnungszeiten: castellodibardi.info

Ab Bardi gehts in gemächlichem, aber nie mehr steilem Auf über den letzten Hügel. Dann folgt eine lange Abfahrt in Richtung Ebene.

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Übernachten:

Cà del grano*: Albergo diffuso – die Zimmer sind in verschiedenen älteren Häusern verteilt.

Le Sei Dame*: kleines Hotel direkt unter der Burg.

Bardi in der Provinz Piacenza
Velotour in der Emilia-Romagna
Mit dem Fahrrad in der Emilia-Romagna

Vigoleno

Vigoleno ist unbedingt einen Halt wert. Hier hast du eine Burg, die oberhalb eines richtig schönen mittelalterlichen Städtchens steht. Zu Recht gehört es zu den Borghi più belli d’Italia – zu den schönsten Orten Italiens.

Der Zutritt zum Turm und einem Teil der Stadtmauer kostet eine kleine Gebühr, lohnt sich aber. Möchtest du auch Einblick in die prunkvollen Schlossräume erhalten, kannst du an den geführten Touren teilnehmen.

Infos: visitvigoleno.it

Ich habe Vigoleno im November besucht. Der Nebel hatte eine besonders geheimnisvolle Wirkung…

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Übernachten:

B&B Ca› del Passero*

Agriturismo Cantina Visconti*

Ort und Burg Castell'Arquato in der Provinz Piacenza
Vigoleno – Ort und Burg in der Provinz Piacenza
Burg-Innenhof von Vigoleno

Castell’Arquato

Schon stehst du vor der nächsten Burg und dem nächsten Ort, der die Auszeichnung Borghi più belli d’Italia bekommen hat: Castell’Arquato. Gerade noch so auf der letzten Erhebung, bevor du zurück in die Ebene kommst.

Der Ort ist winzig, aber sehr beliebt bei den Italienern der Gegend, um etwas zu feiern. Hier wird oft geheiratet. Eine gute Gelegenheit zu beobachten, wie die Italienerinnen mit hohen Absätzen über das Kopfsteinpflaster zu gehen, als würden sie das alle Tage tun.

Castell’Arquato ist voll mit Restaurants, um die Verpflegung brauchst du dich gar nicht zu sorgen.

Infos: castellarquatoturismo.it

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Übernachten: Die Unterkünfte sind rar und eher teuer hier. Entweder übernachtest du in Vigoleno oder du gönnst dir etwas Teureres für diese Nacht:

B&B Mulino Marsa*

Cora Hotels Leon d’Oro*

Castell'Arquato
Castell'Arquato

Carpaneto Piacentino

Von Carpaneto sind es nur noch 20 km bis Piacenza, aber wenn du lieber in einem lebendigen kleinen Ort übernachtest, empfehle ich dir, hier noch einmal den Abend zu verbringen. Es gibt nichts Spektakuläres zu sehen hier, aber das ist eben, was ich in Italien spektakulär finde: das Alltägliche.

Übernachten kannst du zum Beispiel hier: La maison de Vì*

In Carpaneto bist du definitiv in der Ebene angekommen. Von hier aus fährst du auf kleinen Nebensträsschen gemütlich zurück nach Piacenza.