Eine aussichtsreiche Radtour zwischen Comer und Luganer See führt von Argegno ins Val d’Intelvi auf den Berg mit dem schönen Namen Sighignola, bekannt auch als Balcone d’Italia, Balkon Italiens.

Radtour zwischen Comer und Luganer See

Der Comer See ist beschränkt empfehlenswert fürs Radfahren. Im Norden gibts Radwege, da macht Radfahren Spass.

Wo hingegen keine Radwege sind, wirds eng und ungemütlich, weil sich der gesamte Freizeit- und Ortsverkehr durch die schmale Seestrasse zwängt. Gerade in der südlicheren Gegend um Como, ist das leider immer noch der Fall.

Deswegen eignen sich Touren weg vom See, hoch in die Hügel, um einiges besser, um einen vergnügten Fahrrad-Tag zu erleben.

Eine bekannte Radtour zwischen Comer und Luganer See ist folgende, die auf ein paar Kilometern auch durch die italienische Schweiz führt:

Argegno – Val d’Intelvi – Arogno – Chiasso – dem Comer See entlang zurück nach Argegno.

So sieht das auf der Karte aus:

Radtour zwischen Comer und Luganersee

Diese geplante Radtour zwischen Comer und Luganer See bin ich komplett gefahren, dekoriert mit einem ungeplanten, aber überaus lohnenswerten Abstecher zum Balkon Italiens.

Verführt von einem Wegweiser

Bei Lanzo d’Intelvi verführt ein Wegweiser: Balcone d’Italia. Das klingt spannend. Den will ich sehen. Ist bestimmt nicht weit.

Tja, es sind nur 5 Kilometer. Aber stetig bergauf. Eine kleine Passstrasse. 400 Höhenmeter in 5 Kilometern.

Und wenn du von Argegno kommst, dann sind es 1250 Höhenmeter aufwärts über 19 Kilometer.

Mit dem Rennrad ist das toll, mit dem bepackten Reiserad schön anstrengend, aber machbar.

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Die Strecke ab Lanzo d’Intelvi ist hübsch im Wald, hat miserablen Belag, dafür wenig Verkehr.

Auf den Balkon Italiens per Fahrrad

An einer Stelle glaubst du, endlich oben angekommen zu sein, aber das ist bloss das Restaurant La Baita in einer Hütte in der Waldlichtung, das zum Essen verführt.

Ich fahre eisern weiter, und nach der nächsten Kurve belohnt mich eine unvermutete Aussicht über Lugano:

Lugano von oben

Auf dem Balkon Italiens – Sighignola

Irgendwann kommt man ja immer an, auch wenn man unterwegs manchmal kaum mehr daran glaubt. Schnaufst du hier zum Balkon Italiens hoch, weisst du am Ende, dass sich die Plackerei gelohnt hat.

Eine 180 Grad Sicht. Oder vielleicht auch weniger – 120 Grad? Was weiss ich. Jedenfalls blickst du über den Luganer See, und im Hintergrund lugen die Spitzen der ganz Grossen heraus: Matterhorn, Dufourspitze, Dom, Finsteraarhorn und derlei Gestalten. Alle über 4000 Meter, und darum siehst du sie ja auch von hier oben aus.

Heute sitzt ein Dunst über der Gegend, und Wölklein hocken am Horizont, so dass ich die Berge mehr erahne als sehe. Trotzdem: hier ists schön.

Du kannst hier übrigens auch hochwandern. Startpunkt ist Caprino am Luganer See. Mach dich auf eine anstrengende Tour gefasst!

So sähe es bei klarer Sicht aus:

Sighignola

Und das ist die heutige Ausgabe der Fernsicht:

Radtour über dem Luganersee
Blick vom Balcone d'Italia

Mach noch die paar Schritte hoch zu der kleinen Kapelle. Die höckelt da ganz idyllisch im Wald.

Kapelle auf dem Sighignola

Und wenn du wieder runter läufst, erwartet dich noch eine Extrasicht:

Balkon Italiens per Fahrrad

Ich weiss, das ist jetzt hart, aber an dieser Stelle würde ich dir raten, hier NICHT einzukehren oder zumindest nichts Grosses zu essen, weil ich dir weiter unten einen heissen Tipp dafür habe.

Abfahrt nach Lanzo d’Itelvi und Arogno

So, genug rumgeschaut auf dem Balkon, jetzt gehts an die Abfahrt. Wenn du Action magst, bist du hier gut bedient, weil:

Die Abfahrt vom Sighignola bis nach Lanzo d’Intelvi ist abenteuerlich bis gefährlich, weil der Asphalt löchrig, kaputt, geflickt, gehügelt, mit Kieseln dekoriert ist – und obendrauf fährst du im Wald, wo Licht und Schatten die Sicht sowieso irritieren.

Also: für einmal fährst du hier langsam runter!

Aber jetzt kommen wir zum Wesentlichen: die Verpflegung.

Nach der Abfahrt, die im Grunde anstrengender als der Aufstieg war, kommt ein Bärenhunger auf. Und rechtzeitig zeigt sich die Bar La Risorgente im Dorfzentrum von Lanzo d’Itelvi. Du fährst direkt darauf zu und erkennst sie an dem kleinen Platz mit Brunnen auf der rechten Seite.

Was daran so toll ist? Das Megasandwich von gigantischen Ausmassen. Gut gefüllt mit kräftigem Käse. Oder was auch immer du dir in diesem Sandwich wünschst. Zu einem fairen Preis.

Riesensandwich in Lanzo d'Intelvi

Gut, wenn du jetzt gestärkt bist, denn dich erwartet nochmals eine herausfordernde Abfahrt an die Schweizer Grenze in Arogno.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich je so eine steile Haarnadelkurvenstrecke gesehen habe. Behüte vor der Gegenrichtung…

So fährst du sozusagen in Rekordgeschwindigkeit über die Grenze in die Schweiz. Und gleich darauf durchquerst du das hübsche Dorf Arogno, auf das du vorher vom Balkon sozusagen hättest herunterspucken können. Weiter gehts in einer Schussfahrt bis Maroggia am Luganersee.

Über die Schweiz und Como zurück nach Argegno

Das Ende der Poesie. Jetzt folgst du mehrheitlich der Hauptstrasse, was mässig interessant und überhaupt nicht schön ist, aber immerhin gibts einen Radstreifen. Falls du eine schönere Strecke dem See entlang findest, lass es mich wissen.

Chiasso ist dann chaotisch (ganz im Sinne des italienischen Wortes „chiasso“ = Krach, Lärm, Radau), und die Fahrt über den Hügel bis kurz vor Como ziemlich hässlich.

Zurück am Comer See, bei Cernobbio, kommst du dann wieder auf die schmale Seestrasse mit dem hektischen Verkehr, aaaaaber kurz nach Ortsende nimmst du den Abzweiger rechts hinunter nach Moltrasio, folgst der Via Regina, während der grosse Verkehr oben auf der Strasse und durch Tunnels weiter braust.

Du fährst durch Moltrasio, Carate Urio, Laglio und kommst schliesslich bei Torriggia wieder auf die Hauptstrasse. Von da ists nicht mehr weit bis Argegno.

Vorher, in Laglio lohnt sich aber noch ein Aperitif bei Da Luciano mit Tisch direkt am See.

Zum Wohl und guten Abend am Comer See.

Sonnenaufgang über dem Comer See

Hast du Tipps für Radtouren in der Region Comer See abseits des grossen Verkehrs? Teile sie gerne mit uns als Kommentar.

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