„Verlasse deine Komfortzone!“

„Dehne deine Komfortzone aus!“

„Raus aus der Komfortzone!“

Das Thema ist nicht neu; praktisch jeder Blog, den ich verfolge, hat das Thema schon einmal beackert. Aber seit ich begonnen habe, meine Komfortzone bewusst zu dehnen, hat sich mein Alltag massiv entödet.

Deswegen will Miss Move jetzt auch noch etwas dazu sagen.

 

Mein neuer Lieblingsort: die Wachstumszone

Ich bin gern drin, eiere aber meistens ein paarmal drum herum, bevor ich mich zum Betreten überwinden kann: die Wachstumszone.

Schon mal gehört von der Wachstumszone? Das ist das unsichere Gelände nach der Komfortzone. Reichlich unbequem, um hineinzukommen. Aber dann tut sich eine neue kleine Welt auf.

Den Begriff Wachstumszone habe ich erst kürzlich in diesem Artikel gelernt. Guck dir das Schema mit den drei Kreisen an.

Falls du keine Lust hast, das Schema anzuschauen, beschreib ichs dir kurz:

Ein Kreis: deine Komfortzone.

Ein zweiter Kreis um die Komfortzone herum: deine Wachstumszone.

Ein dritter Kreis um das alles rum: deine Panikzone.

Einleuchtend, hm? Wo also wollen wir uns immer wieder mal gerne bewegen? Jawohl: in der Wachstumszone, weil man sich da so famos weiter entwickeln kann.

 

Ein Ausflug in die Wachstumszone

Du brauchst gar nicht weit zu gehen. Die Komfortzone kann schon an alltäglichen Ereignissen ihre Grenze zeigen.

Ein Müsterchen aus meinem Leben:

Geburtstagsfest einer Arbeitskollegin. Ich freue mich, dass sie mich einlädt – aber am liebsten würde ich einfach an der Tür vorbeigehen und mir einen friedlichen Abend auf meinem Sofa machen.

Mein Herz klopft lauter und schneller als üblich. Mutig drücke ich auf den Klingelknopf. Gleich werde ich von einer Meute unbekannter Menschen gefressen.

Dieser Moment, bis ich an so einem Anlass angekommen bin, mich allen vorgestellt, ein Getränk zum Michfesthalten in der Hand habe, ist purer Stress. Willkommen in der Wachstumszone.

 

Geschichten erzählen

 

Was ist denn jetzt so toll an diesen stressigen Momenten? Warum soll ich nicht einfach auf dem Sofa sitzen bleiben?

Darum:

Kaum sind die ersten Minuten des Grauens überlebt, widme ich mich dem, was ich so liebe: Geschichten von Menschen hören. Beschwipst von diesem Ausflug ins Unvorhersehbare, befeuert vom Adrenalin. 

Glaubst du mir, dass dieses Erlebnis lebendiger ist als ein weiterer Abend auf dem heimischen Sofa?

Genau deswegen sollst du die Komfortzone immer wieder mal verlassen: Weil du genau dort wächst, wo du deine kuschlige, gemütliche, sichere, warme, flauschige, samtige Sofaecke verlässt und ein paar Schritte in unbekanntes Gelände wagst.

Die Komfortzone gehört gedehnt, sonst wird sie immer enger, und irgendwann bist du schon gestresst, wenn du nur zur Haustür hinaus musst.

Mache ich immer einen grossen Bogen um lustige Feste, weil ich die ersten fünf Minuten des Ankommens fürchte, passiert folgendes:

Feste verschieben sich zunehmend von der Wachstumszone in die Panikzone. Und was glaubst du, was dann passiert? Klar: Ich werde nie mehr an ein Fest gehen, weil die Hürde zu gross geworden ist.

Und wer erzählt mir dann all die schönen Geschichten?!

Das ist der Excel-Effekt, den ich hier schon einmal beschrieben habe. Geh auf die Dinge zu, die du fürchtest, renne nicht vor ihnen weg.

 

Willst du lieber Excel-Listen bearbeiten?

Wie kannst du dich motivieren, dir den nötigen Ruck zu geben, wenn du an der Schwelle zur Wachstumszone stehst?

Mein Trick ist simpel: Mir reicht schon die einfache Frage: würdest du denn lieber eine 8000-zeilige Excel-Liste bearbeiten? Und schon hüpfe ich freudig aus der Komfortzone, rein in die Wachstumszone.

 

Fahrrad-Reisen liegen in der Komfortzone

Lustig ist ja, wie individuell die Komfortzone bestückt ist. Ich wundere mich manchmal darüber, was so mutig daran sein soll, dass ich alleine mit dem Fahrrad herumreise. Das liegt völlig in meiner Komfortzone. Mit einzelnen Angst-Ausnahmen. Aber insgesamt muss ich mich zu einer Rad-Reise keineswegs überwinden.

Fahrrad-Reisen

Dafür wirst du dich wundern, was bei mir schon heftig in der Wachstumszone liegt:

  • Jemanden anrufen.
  • Jemanden um Hilfe bitten. Ausser als Touristin: da habe ich sozusagen die hilflos-Kappe an, die mich zum Fragen befugt.
  • Vor vielen Leuten laut etwas sagen. Vorstellungsrunden bei Kursen. Von Referaten ganz zu schweigen, aber diese Zeit liegt ja zum Glück hinter mir und darf gerne dort bleiben.

 

Täglicher Besuch in der Wachstumszone

Weil ich mich in die Wachstumszone verliebt habe, will ich mich öfter darin aufhalten. Es braucht immer wieder einen Schubs, um mich hinein zu begeben. Deswegen habe ich mir vorgenommen, mir täglich eine kleine Aufgabe zu stellen, um mit der Wachstumszone zu flirten.

Etwa so:

  • Immer wieder eine neue Sportart im Uni-Sport ausprobieren
  • Mittagessen mit Arbeitskollegen vereinbaren, die ich noch nicht so gut kenne (der Feste-Effekt: für mich ist der erste Schritt, also das Abmachen die eigentliche Hürde. Das gemeinsame Essen ist Genuss: neue Geschichten)
  • Jemand Fremdes ansprechen und ein Kompliment machen (schöne Schuhe, rassige Frisur, lustiger Hund, was weiss ich)
  • Jemanden anrufen und um ein Interview bitten
  • Einen Gastartikel auf einem anderen Blog schreiben
  • Skypen mit Bild
  • Mich in den Soziale Medien zeigen

 

Wozu mir das dient?

Ich lerne Unvermutetes.

Ich erweitere meinen Horizont

Ich entwickle mich weiter.

Ich lebe lebendiger.

Und damit auch glücklicher. Worum sonst geht es denn?

Lebendiger leben

 

Erzählst du mir von deinen Erfahrungen in und ausserhalb der Komfortzone? Wozu musst du dich immer wieder überwinden, was andere Menschen offenbar locker machen? Welche Frage hilft dir, um den Schritt in die Wachstumszone zu wagen?