Ich war in Schwarzenburg. 792 m ü.M. / 6959 Einwohner

Weißt du, wo Schwarzenburg liegt?

Nein? – Du solltest dich schämen!

Nein, Quatsch, ich habs auch nicht gewusst. Irgendwo im Freiburgischen, meinte ich. Einfach so jenseits von Bern halt. Im Hügelland.

Fast.

Schwarzenburg liegt im Kanton Bern, ganz nah an der Grenze zum Kanton Fribourg. Sagt dir immer noch nichts?

Nimm ein Blatt Papier und male ein Dreieck: Fribourg links unten, Thun rechts unten, Bern oben. Und in die Mitte des Dreiecks machst du einen Punkt und schreibst dazu: Schwarzenburg. So ungefähr.

Oder schau doch einfach hier.

 

Ich ziehe nach Schwarzenburg

Also eben, ich war da, hatte einen wichtigen Grund, um hinzufahren:

Eine liebe Freundin ist aus einer Zürcher Agglo-Gemeinde nach Schwarzenburg gezogen. Und ich musste mal gucken, wie es ihr da so geht und ob ich sie guten Gewissens da wohnen lassen kann.

Kann ich. Mehr als das: Ich ziehe auch nach Schwarzenburg. Irgendwann mal. So eine hübsche Gemeinde, so ein Bijou, so eine freundliche Atmosphäre.

Viel Weite gibt es da, viel Grün, und doch ist es nicht langweilig flach. Gemütlich hügelig, weiter hinten bergig. In der Ferne sieht man sogar Eiger und Mönch.

(Jaja, für die Thuner Miss Move Fans ist der Anblick von Eiger, Mönch und Jungfrau Alltag. Für uns Flachländer jedes Mal aufs Neue ein Ereignis. Tut doch nicht so.)

 

Schloss, kleine Läden, Cafés

Alles ist liebevoll hergerichtet. Die alten Bauernhäuser aus diesem gruslig dunklen Holz sind so renoviert, dass selbst ich sofort einziehen würde: grosse Fenster, Riesenterrassen, Wundergärten.

Wir stehen davor und geraten ins Träumen.

Sogar ein eigenes Schloss hat Schwarzenburg. Aus dem Jahr 1573. Falls du gerade übers Heiraten nachdenkst: man kann es mieten.
Schloss Schwarzenburg

 

Was mich schliesslich restlos entzückt, sind die vielen kleinen Läden mit Charakter, die in den städtischen Regionen so selten geworden sind: ein echter Lebensmittelladen, ein Wollenladen, eine Metzgerei, eine Buchhandlung, eine Schreinerei. Ein kleines Museum mit thematischen Ausstellungen. Bibliothek und Ludothek.

Und vieles mehr, das ich in der kurzen Zeit noch nicht entdecken konnte.

 

Kleine Läden in Schwarzenburg

 

Wollen-Laden Schwarzenburg

 

Womit man mich ja immer ködern kann: ein liebevoll eingerichtetes und geführtes Café:

Café in Schwarzenbug von innen

 

Braucht man mehr?

Geh hin, nach Schwarzenburg. Es ist wohlig unspektakulär. Du kriegst Weite zum Atmen. Und wirst erst noch freundlich gegrüsst auf der Strasse.

 

Hinkommen ist einfach:

Zu Fuss: der Jakobsweg führt mitten hindurch.

Mit dem Fahrrad: die Veloland-Route 62 beginnt in Schwarzenburg.

Mit dem Zug: ab Bahnhof Bern fährst du 35 Minuten mit der S6 bis zur Endstation Schwarzenburg. Weiter gehts nicht. Aber das ist auch nicht nötig.

 

So zufrieden könntest du auch aussehen:

Café in Schwarzenburg

Danke, draga!