An einem prächtigen Frühlingstag fahre ich Giorgio fast über den Haufen.

Er wartet an der Stelle der lärmigen Staatsstrasse „Via Appia Nuova“, als ich gerade einen Lastwagen rechts überholen will. Giorgio steht im Weg. Zum Glück, sonst würde ich glatt an unserem Treffpunkt vorbeibrettern.

Park der Aquädukte

Unser Treffpunkt liegt weit im Südosten Roms. In der Nähe von Giorgios Wohnort und in der Nähe des „Parco Regionale dell’Appia Antica“, in dem mich Giorgio heute herumführt.

Giorgio ist übrigens einer der wilden Kerle, die ich ein knappes Jahr zuvor auf der Ciclovia Adriatica kennengelernt habe. Er war damals mit Mauro per Fahrrad unterwegs nach Ravenna, um seinen Sohn zu besuchen. Und Mauro ist der, der mir die römischen Verkehrsregeln beigebracht hat.

Das ist Giorgio:

Rom, Parco degli Aquedotti

Und schon sind wir mitten im Park der Aquädukte.

7 römische Aquädukte sollen es ursprünglich einmal gewesen sein. Richtig gut erhalten davon sind 2, um die herum und durch die hindurch du in diesem grosszügigen Park fahren, joggen oder spazieren kannst.

2000 Jahre alt, und die stehen da, als wären sie gestern fertig gestellt worden, diese Aquädukte.

Und der Park rundherum ist hübsch. Mit Bächlein und Tümpel und alter Mühle und Bäumen und Holperwegen und Picknickplätzen und viel Wiese und Hunden und Joggern, die sich über Radfahrer ärgern.

So voll im Leben drin.

Rom, Park der Aquädukte

 

Rom, Park der Aquädukte

 

Eines der Aquädukte transportiert auch heute noch Wasser aus den Bergen ins Zentrum von Rom:

Park der Aquädukte per Fahrrad

 

Diese alte Römerstrasse wurde erst kürzlich im Park der Aquädukte ausgegraben. Auch für Giorgio ist sie eine Neuheit:

Rom, Park der Aquädukte

 

Auf dem Weg zur Via Appia Antica kommen wir am Schulhaus vorbei, in dem Giorgios Frau unterrichtet. Kurzerhand ruft er sie im Unterricht an, damit wir in der Pause einen Schwatz halten können:

Rom, Via Appia Antica

 

Via Appia Antica

Dann holpern wir los auf der Via Appia Antica.

Ich möchte dir dringend empfehlen, sie per Mountainbike zu befahren. Das alte bis uralte Pflaster schüttelt dir das ganze Hirn durch, wenn du mit etwas Ungefedertem lospedalst. Du kannst zwar auf die etwas sanfteren Seitenpfade ausweichen (siehe Beitragsbild zuoberst), das ist ganz ok. Und soweit ich mitbekomme, habe ich keine grossen Schäden von dem Mordsgerumpel davongetragen. Aber komfortabler ist es mit einem vollgefederten Mountainbike bestimmt.

Die Via Appia Antica verband ursprünglich Rom mit Brindisi. Heute kannst du ab dem Zentrum von Rom über 18 km der Strasse folgen. Anfangs ist sie noch stark von Autos und Rollern befahren und ziemlich fahrraduntauglich, weil schmal und rutschig.

Je südlicher du kommst, desto ruhiger wird es.

Via Appia Antica per Fahrrad

 

Kleines Filmchen der Via Appia Antica mit Giorgios Kommentar:

 

Blick auf ein Aquädukt von der Via Appia Antica aus:

Via Appia Antica per Fahrrad

 

Entlang der Via Appia Antica gibt es unzählige Grabmale und Monumente und alte Festungen und Kirchen. Sie wird auch als längstes Museum Europas beworben.

Via Appia Antica per Fahrrad

Die alten Steine bieten Gelegenheit für allerlei Unfug:

Via Appia Antica per Fahrrad

 

Via Appia Antica per Fahrrad

 

Vergnügt verabschieden wir uns nach diesem wundervollen Tag mitten in den alten Römer-Steinen. Ich freue mich auf ein nächstes Wiedersehen mit Giorgio und Mauro!

Via Appia Antica per Fahrrad

Grazie Giorgio, è stata una bellissima giornata! Alla prossima!